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Zartes Pflänzchen Hoffnung

Kleines Pflänzchen mit darauf weisender Hand

Vor etwa einem halben Jahr wurden von Studierenden und Angestellten des Colleges auf einem Feld hinter dem Bürogebäude Setzlinge für Obstbäume eingepflanzt. Obwohl man über die Gegend hier sagt, man könne einen Stock in den Boden stecken und er würde austreiben, konnte man bei den Baumpflänzchen nichts dergleichen beobachten. Unsere Nachbarin säte zwischen den Setzlingen Bohnen. Die trieben aus, blühten und trugen Früchte, während an den Obstsetzlingen im selben Zeitraum auf dem selben Acker keine Veränderung zu beobachten war.

Trotzdem bekamen sie diese Woche eine zweite Chance. Rund um die Pflänzchen wurde frisch umgegraben und mit dem Bau eines Zaunes begonnen, der sie vor streunenden Tieren schützen soll.

Mir ist das zum Bild für den Staat Südsudan geworden. Als er vor 14 Jahren neu gegründet wurde, waren die in ihn gesetzten Hoffnungen groß. Doch leider wurden sie bereits zwei Jahre später bitter enttäuscht, als ein erneuter Bürgerkrieg ausbrach. Auch wenn er 2018 offiziell durch ein Friedensabkommen beendet wurde, ist das Pflänzchen Südsudan immer noch ziemlich „mickrig“. Trotz fruchtbaren Bodens und reicher Rohstoffvorkommen gehört es zu den am wenigstens entwickelten Staaten der Erde. Aber auch dieses Land und seine Bewohner haben eine zweite Chance verdient. Deswegen sind wir hier.